Nicht alles läuft nach Plan – und genau das bringt dich weiter

Veröffentlicht am 10. April 2026 um 21:52

                   Als Kind hatte ich einen klaren Plan: Ich wollte Lehrerin werden.                         Der Weg schien vorgegeben - bis ich gemerkt habe, dass er nicht zu mir passt.

Nach der 8. Klasse startete ich ins Gymnasium, weil es sich wie der richtige Weg angefühlt hat. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich: Das passt nicht zu mir.

Dann kam der Corona-Lockdown und brachte noch mehr Unsicherheit. Ich wechselte in die Fachmittelschule – immer noch mit dem Ziel, Lehrerin oder Sozialarbeiterin zu werden.

Doch auch dort wurde mir klar, dass es nicht das Richtige ist. Ich brach die Fachmittelschule ab und stand plötzlich da – ohne klaren Plan.

Ich fühlte mich orientierungslos und ehrlich gesagt auch ziemlich verzweifelt.

Ich absolvierte verschiedene geschützte Schnupperlehren mit Coaching und war irgendwann überzeugt, dass ich nichts erreichen werde. Für eine Lehrstelle war es eigentlich schon zu spät.

Durch das Schnuppern kam ich dann zum ersten Mal mit der KV-Lehre in Kontakt. Bis dahin hatte ich ein eher klischeehaftes Bild davon – Kaffee trinken, Dinge abtippen, eher eintönig.

 

Doch langsam merkte ich: Da steckt viel mehr dahinter.

Um die Zeit zu überbrücken, durfte ich ein heilpädagogisches Praktikum absolvieren. Dort war ich meinem ursprünglichen Traum näher als je zuvor – und habe unglaublich viel gelernt. Nicht nur fachlich, sondern vor allem menschlich.

„Die kleinsten Fortschritte können die grösste Bedeutung haben.“

Wenn ein Kind plötzlich seine Schuhe selbst anziehen kann oder einen Morgen ohne Krise erlebt, merkt man, wie viel Fortschritt in kleinen Momenten steckt.

Ich habe dort gelernt, wie schnell man im Alltag vergisst, diese kleinen Dinge überhaupt wahrzunehmen.

Parallel dazu bewarb ich mich für eine KV-Lehre. Ich erhielt Absagen oder teilweise gar keine Rückmeldungen – wahrscheinlich auch wegen meiner nicht ganz geradlinigen Vorgeschichte.

Und trotzdem fand ich meinen Lehrbetrieb.

„Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass nicht mein Weg bewertet wird – sondern ich als Person.“

Heute darf ich zeigen, was ich kann, Verantwortung übernehmen und sogar fachliche Führung im Team von Lernenden mitgestalten.

Mein Weg war nicht perfekt – aber genau das hat mich geprägt. Ich habe gelernt, dass Umwege keine Fehler sind, sondern oft genau die Erfahrungen, die einen weiterbringen.

Heute würde ich keinen einzigen Schritt rückgängig machen. Nicht, weil alles richtig war – sondern weil mich genau dieser Weg zu der Person gemacht hat, die ich heute bin.

Reflexion

Nicht jeder Weg verläuft geradlinig.

 

Oft sind es gerade Umwege, die zeigen, was wirklich zu einem passt.

Persönliche Entwicklung

Diese Zeit hat mich stark geprägt.

 

Ich habe gelernt, mit Unsicherheit umzugehen und mir zu vertrauen.

Learnings

Rückschläge sind kein Stillstand.

 

Oft sind es genau diese Erfahrungen, die einen weiterbringen und stärken.

"Manchmal führen uns gerade die Umwege dorthin, wo wir wirklich hingehören."

Mein Fazit